Karoline Breitinger

…strebte vorbildhaft nach der Verwirklichung ihrer beruflichen Ziele. Lebenslanges Lernen lag ihrem Werdegang zugrunde. Ihre herausragende Persönlichkeit beruhte auf der Tatsache, dass sie wusste, was sie wollte. In Übereinstimmung mit der Lebensphilosophie unserer Namensgeberin wollen wir unsere Schüler auf ein selbstverantwortliches Leben vorbereiten. Unser Leitbild veranschaulicht unsere pädagogischen Prinzipien.

Leitbild der Karoline-Breitinger-Schule

Die Grundlage unserer Arbeit bildet der gesetzliche Erziehungs- und Bildungsauftrag.

Strukturelle Rahmenbedingungen

  • Ein optimales Zeitmanagement und Teamarbeit prägen unsere Arbeitsweise. Fachkräfte von außen stehen bei Bedarf zur Verfügung.
  • Die Zuständigkeiten sowie die Verfahren für die Instandhaltung und Aktualisierung der materiellen Ressourcen unterliegen klaren Regelungen. Alle achten auf einen sorgsamen Umgang mit den Materialien.
  • Die Planung von Anschaffungen erfolgt im Sinne einer gerechten Verteilung der Finanzen transparent und frühzeitig unter Einbeziehung der GLK.
  • Eine angemessene Gestaltung und Einrichtung der Räume und des Mobiliars, sowie eine zeitgemäße mediale Ausstattung tragen zur Verwirklichung der pädagogischen und didaktischen Grundsätze unserer Schule bei.
  • Benutzerfreundliche Außenanlagen und Pausenbereiche fördern die Kommunikation und dienen der Entspannung außerhalb des Unterrichts.

Interne Organisation

  • Dokumentierte Beschlüsse bilden die Basis unserer Zusammenarbeit, für deren Einhaltung wir alle sorgen.
  • Klar definierte Entscheidungsspielräume und Entscheidungskompetenzen der Schulleitung und der Mitarbeiter dienen als Grundlage.
  • Wir pflegen eine offene Kommunikation zwischen allen am Schulleben Beteiligten. Verlässlichkeit und gegenseitiges Vertrauen führen zu sachbezogenen Lösungen.
  • Konstruktive Mitarbeitergespräche unter transparenten Bedingungen dienen der Motivation, der Förderung und der Erfassung des spezifischen Leistungs- und Entwicklungspotenzials.
  • Die Fortbildung der Mitarbeiter findet in Abstimmung mit deren individuellen Weiterbildungsbedürfnissen und den Zielen der Schule statt.
  • Der Schulbetrieb funktioniert ökonomisch, ordnungsgemäß und
  • Vertretungsregelungen folgen transparenten Vorgaben.
  • Eine stets aktualisierte Schülerkartei, die Datenschutzauflagen einhält, steht zur Verfügung.
  • Lehrer werden auf Grund von Abwesenheitsregelungen rechtzeitig über Fehlzeiten von Schülern informiert. Alle Beteiligten werden rechtzeitig über Stundenplanänderungen informiert.
  • Die Handhabung von Schulbüchern, Medien und Dokumenten erfolgt nach festgelegten Verfahren.
  • Die Deputatsverteilung und die Stundenplangestaltung berücksichtigen die Interessen der Lehrer, Schüler und Bildungspartner.

Schulklima

  • An der Schule herrscht eine angenehme Arbeitsatmosphäre, die die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung für schulische Belange fördert.
  • Die Identifikation mit der Schule und die Zusammenarbeit im Kollegium erleichtern die Erledigung der schulischen Aufgaben.
  • Wir bemühen uns um eine möglichst gute Integration aller Schülerinnen und Schüler und schaffen eine respektvolle und gewaltfreie Atmosphäre.
  • Wir führen in bestimmten Abständen Projekte zur Suchtprävention durch.
  • Mit Eltern und Betrieben stehen wir in regelmäßigem, konstruktiven Austausch.
  • Wir kommunizieren offen, lösungsorientiert und verständnisvoll, wobei wir die Ziele der Schule und die pädagogischen Grundsätze regelmäßig hinterfragen.
  • Toleranz und Verständnis gegenüber allen Kulturen prägen unsere Umgangsformen.
  • Eine persönliche, respektvolle und wertschätzende Beziehung unter allen am Schulleben Beteiligten bildet die Basis unserer Zusammenarbeit, die eine offene, vertrauensvolle und positive Atmosphäre schafft.
  • Die pädagogische Beziehung basiert auf angemessener Förderung und Forderung, indem sie durch Ermutigungen und Unterstützung positives Verhalten verstärkt.

Methoden und Lerninhalte

  • Die von den Lehrer/-innen ausgewählten Unterrichtsinhalte orientieren sich am Bildungsplan und an aktuellem Fachwissen. Bei der Unterrichtsplanung nehmen wir Freiräume bewusst war, um auf die spezifischen Interessen und Lernvoraussetzungen der Schüler/-innen einzugehen.
  • Außerschulische Lernorte ergänzen konstruktiv die Unterrichtsinhalte.
  • Die Lehrer/-innen planen und gestalten den Unterricht mit aktuellen Methoden und Medien unter Berücksichtigung von Fach-, Personal-, Sozial- und Problemlösekompetenzen.

Leistungsbewertung

  • Die Kenntnis der Lernziele, Beurteilungskriterien und des Beurteilungsmaßstabs garantiert den Schülern eine transparente Notengebung.
  • Bei der Erstellung von Prüfungsaufgaben und Klassenarbeiten achten wir auf ein ausgewogenes Verhältnis von Gedächtnisleistung, Verständnisleistung und kreativen Transferleistungen.
  • Systematische Erfolgskontrollen mit anschließender Fehleranalyse, gewährleisten einen differenzierten und nachvollziehbaren Einblick in die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler. Dies bietet den Lernenden und den Mitverantwortlichen eine individuelle Rückmeldung über den Lernerfolg.
  • Die Schule sorgt durch entsprechende Vereinbarungen und geeignete Maßnahmen für eine möglichst ganzheitliche Schülerbeurteilung unter Einbeziehung der pädagogischen Zielsetzungen.
  • Wir messen und beurteilen die Lernergebnisse in regelmäßigen Abständen mit geeigneten Instrumenten und Verfahren. Dabei bewerten wir nicht nur den kurzfristig verfügbaren Erkenntnisgewinn, sondern auch die längerfristige Verfügbarkeit von Grundfertigkeiten und Lerninhalten.

Qualitätssicherung

  • Wir legen höchsten Wert auf die Zufriedenheit aller am Schulleben Beteiligten mit den Lernangeboten und den Rahmenbedingungen. Infolgedessen erheben wir in regelmäßigen Abständen die Interessen und Erwartungen dieser Gruppen, um unsere Grundsätze, Ziele und Angebote zu aktualisieren.
  • Der überwiegende Teil der Lernenden erfüllt die gesetzten Lernziele. Die Schule verbessert mit Hilfe eines differenzierten Konzeptes die Lernergebnisse der Schüler.

Karoline Breitinger – Leben und Wirken

Karoline Breitinger – Erste Ärztin Württembergs

Eine Frau kämpft um Gleichberechtigung

Künzelsau ist sogar mit der Geschichte der Emanzipation der Frau verbunden. Genau genommen durch den Kampf der Karoline Breitinger, die in diesem Städtchen geboren wurde. Am 4. Mai 1851 erblickte sie in Künzelsau als Tochter eines Kupferschmieds das Licht der Welt. Sie war die jüngste von sieben Geschwistern. Ihre Mutter starb leider schon, als sie knapp fünf Jahre alt war. Sie lebte als Heranwachsende bei einem Bruder in Salzburg und erbte 1871 von ihrem Vater die beachtliche Summe von 7.000 Gulden. Dieses Geld machte sie wohl in Männeraugen zu einer guten Partie, ermöglichte ihr aber andererseits die wirtschaftliche Unabhängigkeit. Und für diesen ungewöhnlichen Weg sollte sie sich entscheiden.

Zunächst ließ sie sich zur Volksschullehrerin ausbilden und übte den Beruf bis 1886 in Österreich aus. In diesem Jahr bestand sie zwar die württembergische Staatsprüfung, so dass sie auch in ihrer Heimat unterrichten konnte. Aber sie kehrte nicht zurück, bildete sich offenbar weiter und legte 1889 in Zürich eine Zusatzprüfung in höherer Mathematik, Latein und Naturwissenschaften ab. Dies berechtigte sie dazu, an der dortigen Universität vier Semester Naturwissenschaften zu studieren. Danach von 1891 bis 1895 studierte sie Medizin in Bern.

1896 legte sie hier ihre Dissertation vor. Sie hatte das Thema “Über den Kindsmord im Kanton Bern”. Sie beleuchtete darin medizinische, soziologische und juristische Seiten des Kindsmordes.

Nun wollte sie in ihrer alten Heimat als Ärztin praktizieren. In Tübingen und Heidelberg stieß sie auf Ablehnung. Im März 1897 eröffnete sie schließlich eine Praxis in Esslingen. Sie durfte ihren Beruf ausüben, wenn sie wie andere im Ausland approbierte Ärzte den ausländischen Ort der Promotion angab. Ohne die deutsche Approbation hatte sie aber immer wieder mit juristischen Problemen um ihre Anerkennung zu kämpfen.

Bereits im März 1896 wandte sie sich deshalb an die Universität Tübingen, um als Hörerin in den Staatsexamensfächern zugelassen zu werden. Dazu fehlten ihr jedoch das Reifezeugnis des deutschen humanistischen Gymnasiums, neun Semester Studium an einer deutschen Universität und die bestandene Vorprüfung für Ärzte. Auch bei weiteren Anträgen wurde ihr dieses immer vorgehalten.

Bis 1907 dauerten ihre Bemühungen, die deutsche Approbation zu erhalten. Dabei durchlief sie sämtliche Instanzen, machte Eingaben, ersuchte beim König um Audienz, richtete Gesuche an das württ. Innenministerium, an den Landtag und an den Reichstag. Zwischenzeitlich kam es durch verschiedene Bundesratsbeschlüsse zu einer verbesserten gesetzlichen Grundlage, die Karoline Breitinger wohl immer wieder Mut machte, sich weiter zu bemühen. Dennoch erfüllte
sie die Vorbedingungen auch da noch nicht, weil ihre Vorbildung wegen des fehlenden Abiturs nicht ausreichte.

1903 legte sie zum Beweis ihrer jahrelangen, vorwurfsfreien Praxis 1 400 Unterschriften von Esslinger Frauen vor. Aber sie scheiterte weiter. Erst 1907 erhielt sie in Elsaß-Lothringen ausnahmsweise die Zulassung.

So begann sie in Straßburg im Alter von 56 Jahren erneut zu studieren. 1908 legte sie die ärztliche Vorprüfung ab und 1909 machte sie das Staatsexamen. Während ihres Studiums arbeitete sie mit Albert Schweitzer zusammen und, es entwickelte sich eine Freundschaft. Bis 1911 arbeitete sie in verschiedenen Krankenhäusern und kehrte dann in ihre Praxis nach Esslingen zurück.

Beinahe 20 Jahre konnte sie dann noch in Esslingen praktizieren. Am 6. September 1932 starb sie im Alter von 81 Jahren. Esslingen und Künzelsau widmeten ihr jeweils eine Straße.

Wir bedanken uns herzlich für die Bereitstellung dieses Textes durch den Stadtarchivar der Stadt Künzelsau, Herrn Stefan Kraut, anlässlich der Namensgebungsfeier unserer Schule am 10. September 2008.

Ergänzende Leitsätze für die Abteilung Pflege als AZAV Zertifikatsbereich

Unser Auftrag im AZAV-Zertifikatsbereich Pflege

Unser Bildungsangebot nach Maßgabe der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung

Arbeitsförderung – AZAV richtet sich an Menschen, die sich beruflich bilden oder neu orientieren möchten und einen Anspruch auf Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit haben. Wir qualifizieren Teilnehmende so, dass berufliche Handlungsfähigkeit, Beschäftigungsfähigkeit und Anschlussfähigkeit gestärkt werden.

Teilnehmendenorientierung, Beratung und faire Rahmenbedingungen

Wir gestalten unsere Bildungsangebote schüler- und teilnehmendenorientiert, transparent und verlässlich. Dazu gehören klare Informationen zu Zielen, Inhalten, Dauer, Anforderungen, Ablauf und Unterstützungsangeboten sowie verlässliche Ansprechpersonen und nachvollziehbare Verfahren. Wir achten auf angemessene Vertragsbedingungen, die Rechte und Pflichten verständlich regeln.

Individuelle Förderung durch Lernstandsgespräche und Lernbegleitung

Wir begleiten und beraten Lernprozesse systematisch und stärken individuelle Entwicklung. Regelmäßige Lernstandsgespräche in der Schule sind ein zentrales Instrument unserer Förderung: Wir reflektieren gemeinsam Lernfortschritte, Kompetenzentwicklung, Ziele und Unterstützungsbedarfe in der Praxis, leiten konkrete nächste Schritte ab und schaffen damit Orientierung und Verbindlichkeit.

Unterrichtsqualität, Praxisbezug und Kompetenzorientierung

Wir fördern und fordern durch kompetenzorientierten, praxisnahen und methodisch vielfältigen Unterricht. Theorie und Praxis werden konsequent verknüpft, sodass Teilnehmende Fachkompetenz, professionelle Haltung, Kommunikations- und Reflexionsfähigkeit entwickeln. Das Skills Lab ist ein zentraler Bestandteil der Ausbildung. Leistungsanforderungen, Feedback und Bewertungen gestalten wir transparent und achten dabei auf eine Lernkultur, die hohe Ansprüche mit respektvoller Begleitung verbindet .

Arbeitsmarktorientierung und Eingliederungsbezug

Wir berücksichtigen die Lage und Entwicklung des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes im Pflege- und Gesundheitswesen kontinuierlich. Arbeitsmarktorientierung bedeutet für uns, Anforderungen aus Einrichtungen, Versorgungsstrukturen und Rollenprofilen systematisch in Konzeption, Durchführung und Weiterentwicklung der Angebote einzubeziehen und Teilnehmende gezielt auf aktuelle und absehbare Kompetenzbedarfe vorzubereiten.

Curriculum und kontinuierliche Weiterentwicklung

Wir bilden weiter und stärken, indem wir Curricula, Unterrichtskonzepte und Prozesse kontinuierlich weiterentwickeln. Grundlage sind Evaluationen und Rückmeldungen aus der Praxis. Veränderungen werden nachvollziehbar dokumentiert und transparent kommuniziert.

Digitale Bildung, Ausstattung und modernes Arbeiten

Wir sichern zeitgemäßes Lernen und Arbeiten durch digitale Bildung und geeignete Ausstattung wie interaktiven Tafeln und Etherpads. Digitale Endgeräte stehen Teilnehmenden zur Verfügung und werden didaktisch sinnvoll in Unterricht, Organisation und selbstgesteuertes Lernen integriert. Wir fördern digitale Kompetenzen, die in der Pflegepraxis relevant sind, und stärken einen verantwortungsvollen, sicheren Umgang mit digitalen Werkzeugen.

Zusammenarbeit mit Praxispartner*innen und Netzwerkpflege

Wir verstehen und respektieren Kooperationspartnerinnen als Mitgestaltende von Bildungsqualität. Die Zusammenarbeit mit Praxispartnerinnen ist verbindlich, transparent und wertschätzend und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Regelmäßige Austauschformate wie das jährliche Treffen der Praxisanleitenden sowie das Treffen der Einrichtungsleitungen sichern abgestimmte Erwartungen, gemeinsame Qualitätsstandards, verlässliche Kommunikation und eine tragfähige Lernortkooperation. Unsere Lehrkräfte sind per Mail immer erreichbar und fördern den Austausch mit den an der Ausbildung beteiligten bei den Praxisbesuchen.

Evaluation, Wirkungsprüfung und Qualitätssteuerung

Wir betreiben ein systematisches Qualitätsmanagement, das die Funktionsfähigkeit unserer Prozesse regelmäßig überprüft und Verbesserung steuert. Wir evaluieren Unterricht, Lehrqualität, Organisation, Teilnehmendenzufriedenheit sowie die Zusammenarbeit mit Praxispartner*innen und nutzen Abschlussrückmeldungen, um Ergebnisse, Übergänge und Wirkungen sichtbar zu machen. Evaluationsergebnisse führen zu konkreten Maßnahmen, die an Qualitätsentwicklungstagen gemeinsam beschlossen und geplant werden.

Fortbildungskultur, Qualifikation und Professionalität der Mitarbeitenden

Wir sichern Qualität durch fachlich und pädagogisch geeignete Lehr- und Fachkräfte und durch eine aktive Fortbildungskultur. Regelmäßige fachliche, didaktische und digitale Fortbildungen stärken Professionalität, Aktualität und Innovationsfähigkeit. Damit schaffen wir personelle Voraussetzungen, die eine erfolgreiche Durchführung unserer Angebote erwarten lassen.

Beschwerde- und Verbesserungsmanagement

Wir nehmen Rückmeldungen ernst und nutzen sie als Chance zur Weiterentwicklung. Beschwerden, Kritik und Anregungen können niedrigschwellig eingebracht werden, werden zeitnah bearbeitet und nachvollziehbar rückgekoppelt. Die Auswertung von Rückmeldungen ist Bestandteil unserer Qualitätssteuerung und trägt dazu bei, Prozesse, Kommunikation und Bildungsangebote kontinuierlich zu verbessern.

Jahresziele, Verbindlichkeit und regelmäßige Selbstüberprüfung

Wir formulieren jährlich Qualitätsziele für den AZAV-Zertifikatsbereich Pflege, um unsere Arbeit strukturiert weiterzuentwickeln. Die Zielerreichung wird überprüft und fließt in die Steuerung von Verbesserungsprozessen ein; Zuständigkeiten und Abläufe sind klar geregelt und dokumentiert.

Kontaktdaten

Karoline-Breitinger-Schule
Jahnstraße 20
74653 Künzelsau